Deutsch-Ukrainische Kooperationsveranstaltungen,
Donezk - Mariupol, 7. - 11. September 2009
         
 
 
Dnepropetrowsk und Donezk

Informationen zur Ukraine und zur Region Donezk

Mit einem Territorium von 603.700 km² ist die Ukraine der flächenmäßig größte Staat in Europa (nach Russland). Die Einwohnerzahl von rund 46,6 Mio. ist seit einigen Jahren rückläufig. Hauptursachen hierfür sind Auswanderung sowie eine stark abgeschwächte Geburtenrate.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine hat seit der Einleitung des Privatisierungsprozesses eine bedeutsame Entwicklung genommen. Insbesondere im Jahr 2004 gab es einen relativ starken wirtschaftlichen Aufschwung mit einem 12 %-igen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Im vergangenen Jahr lag das BIP bei 83,1 Mrd. Euro, aufgrund des hohen Anteils der Schattenwirtschaft dürfte das reale BIP noch höher liegen. Damit erreichte das BIP pro Kopf 2.277 US$ im Jahr 2006.

Hauptbranchen in der Industrie sind der Maschinenbau und Stahlbau, der Bau von Elektrogeräten sowie die Werftenindustrie. Innerhalb des Maschinenbau-Sektors entwickelt sich die Automobilbranche besonders dynamisch. Die Kfz-Produktion in der Ukraine ist 2005 um 18,2 % gestiegen, wobei hier vor allem der einheimische Markt bedient wird. Eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielt auch der IT-Sektor. Der Metallsektor, insbesondere auch die Aufbereitung von Metallschrott, wird in den nächsten Jahren weiterhin eine starke Entwicklung nehmen. Ein großes Entwicklungspotential sehen Experten im Bedarf ukrainischer Metallwerke an Investitionen zur technischen Modernisierung der Branche (ca. 250 Mrd. UAH / 41 Mrd. € pro Jahr).

Die wichtigsten Exportprodukte der Ukraine sind Rohstoffe (Eisenerz, Uran, Kohle und Blei), Metallurgieprodukte, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Anlagen, Nahrungsmittel und Textilien.

Deutschland ist nach Russland weiterhin zweitwichtigster Handelspartner der Ukraine. Die deutschen Exporte in die Ukraine lagen in den ersten sieben Monaten 2007 bei 3,21 Milliarden Euro (gegenüber 4,50 im gesamten Jahr 2006), die deutschen Importe aus der Ukraine bei 0,92 Milliarden Euro (2006: 1,29 Mrd. Euro). Wichtigste deutsche Exportgüter sind Fahrzeuge, Maschinen, Chemieprodukte und elektrotechnische Erzeugnisse. Wichtigste ukrainische Exportgüter: Textilien / Bekleidung / Metalle / Legierungen / Eisenwaren und Chemieprodukte.

Auch bei ausländischen Direktinvestitionen liegt Deutschland an der Spitze. Seit die deutsche Tochter der Mittal Steel Group bei der Privatisierung des Stahlwerkes Krivij Rizh im Jahr 2005 den Zuschlag erhielt, ist Deutschland größter ausländischer Investor im Land mit einer Summe von 4,8 Mrd. US$.

Donezk, die Hauptstadt des gleichnamigen Oblast (Kohlerevier Donbass), ist mit rund 1,1 Mio. Einwohnern die fünftgrößte Stadt in der Ukraine und liegt rund 600 km südöstlich von Kiew. Die Stadt gilt als das Zentrum des Kohlebergbaus und der Schwerindustrie. Jährlich wird hier etwa die Hälfte der gesamten Kohlemenge der Ukraine gefördert. Die Donezker Region ist insgesamt sehr reich an Bodenschätzen. Neben Steinkohle gibt es Vorkommen an Dolomit, Kalk, Quecksilber, Gips, Ton, Salz und Eisenerz.

Weitere wichtige Branchen der regionalen Wirtschaft sind Buntmetallurgie, Energiewirtschaft (7 Kraftwerke produzieren über 18% des Stroms in der Ukraine), Maschinenbau, chemische Industrie, Baubranche und Verkehrswesen. Die Region erzeugt mit 10% der Gesamtbevölkerung knapp 20% des ukrainischen BIP. 25% der ukrainischen Exporte kommen aus dem Oblast.

Die Region unterhält Außenwirtschaftsbeziehungen zu über 80 Ländern. Wobei die wichtigsten Länder Russland, China, Taiwan, Deutschland, Frankreich und die USA sind.

Die Stadt verfügt über eine gut entwickelte Infrastruktur mit einem umfangreichen Netz von Bahnlinien, einem Straßennetz von 2.500 km Länge und einem internationalen Flughafen. Sowohl diese Bedingungen als auch das Bestehen der „Sonderwirtschaftszone Donezk“, die wirtschafts- und steuerrechtliche Vorteile für Investoren garantiert, schaffen gute Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung der gesamten Region.

Mariupol ist eine kreisfreie Stadt im Gebiet Donezk mit knapp 500.000 Einwohnern. Zwischen 1948 und 1989 hieß die Stadt Zhdanow (nach dem sowjetischen Funktionär Andrej Zhdanow). Sie ist ein bedeutendes Industriezentrum und ein internationaler Seehafen am Ufer des Asowschen Meeres. Die wichtigsten Industriezweige sind Maschinenbau, Schienenfahrzeugbau, Schiffbau, metallverarbeitende Industrie und Elektrotechnik, in geringem Umfang beginnt sich hier die Solarindustrie anzusiedeln. Hier gibt es Metallurgiekombinate wie beispielsweise Asowstal und Illich Iron & Steel Works, die einen bedeutenden Anteil zum Export der Ukraine in diesem Bereich beitragen.

Der Hafen Mariupol ist mit einer Kapazität von mehr als 15 Mio. Tonnen Güterumschlag pro Jahr der größte Hafen am Asowschen Meer. Er liegt im Zentrum der größten Industrieregion der Ukraine und wird auch als „Tor zum Meer für den Donbass“ bezeichnet.

    

 

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